Cybermobbing in Deutschland: Anstieg, Auswirkungen und Prävention
Laut einer aktuellen Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing ist bereits mehr als 7,2 Millionen Menschen in Deutschland Cybermobbing widerfahren.
27.01.2026
Die Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing zeigt einen Anstieg von 11,5 % (2021) auf 14 % (2023) der Betroffenen, wobei vor allem junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren betroffen sind. Zu den Formen des Cybermobbings zählen Belästigung, Beleidigung und Diffamierung über digitale Plattformen wie soziale Netzwerke und E-Mails. Besonders alarmierend ist, dass 25 % der Opfer sich als suizidgefährdet einstufen.
Die Studie verdeutlicht, dass Cybermobbing meist im privaten Umfeld stattfindet (62 %), wobei Täter häufig auch aus dem Freundeskreis stammen. Zudem zeigt die Studie, dass Täter oft selbst Opfer von Mobbing waren: Zwei Drittel der Täter erlebten ebenfalls Cybermobbing. Mobbing ist in der Gesellschaft weit verbreitet und betrifft 37 % der Menschen in Deutschland. Der Anteil der Betroffenen ist besonders hoch bei Frauen und jungen Erwachsenen.
Am häufigsten tritt Mobbing jedoch vor allem am Arbeitsplatz auf (43 %), wobei der Anteil der Täter aus dem Führungskräftebereich gestiegen ist. Der direkte wirtschaftliche Schaden durch Mobbing wird auf rund 4,3 Milliarden Euro jährlich geschätzt, vor allem durch Krankheitsausfälle und verminderte Arbeitsleistung. Langfristig beeinträchtigt Mobbing somit nicht nur die psychische Gesundheit der Betroffenen, sondern auch die Produktivität von Unternehmen.
Der Vorsitzende des Bündnisses gegen Cybermobbing, Uwe Leest, betont, dass Prävention und Sensibilisierung bereits in Schulen beginnen sollten. Es brauche mehr Unterstützung für Betroffene und eine verstärkte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.