Trendmonitor Recht 2025
Wachsende Angst um den Arbeitsplatz
5-Jahres-Hoch bei Rechtsschutzfällen

Wachsende Unsicherheit im Arbeitsumfeld
In aktuellen Krisenzeiten mit branchenübergreifenden wirtschaftlichen Folgen wird der Arbeitsplatz zu einem immer größeren Unsicherheitsfaktor: Über die vergangenen fünf Jahre hinweg stellt die ARAG im Arbeitsrechtsschutz einen starken Anstieg der Leistungsfälle von insgesamt 63 Prozent fest.
2025 markiert die bisher einmalige Spitze mit einem deutlichen Zuwachs von 11,1 Prozent – eine solche Entwicklung ist kein Randphänomen, sondern ein gesellschaftliches Signal.
Der Druck auf Arbeitnehmende wächst. Klar ablesbar ist dies im Tagesgeschäft der ARAG. Hier ist nicht nur die Inanspruchnahme der Rechtsschutzversicherung stark angestiegen – gleichzeitig nehmen gravierende Themen wie Kündigungen zu, die mit hohen Streitwerten von bis zu fünf Monatsgehältern und dadurch mit hohen Kosten verbunden sind. Zunehmende Insolvenzen sowie angekündigte Kündigungswellen sorgen darüber hinaus für einen weiter wachsenden Unterstützungsbedarf.
Besonders auffällig ist die starke Zunahme der Kündigungsschutzklagen mit einem Plus von 33 Prozent im Vergleich zu 2024. Treiber dafür ist unter anderem die hohe Zahl an Firmenpleiten, die 2025 in Deutschland auf Rekordniveau lag und ein 20-Jahres-Hoch erreichte. Laut Statistischem Bundesamt gab es hierzulande rund 21.800 Unternehmensinsolvenzen. Die ARAG spürt diese Auswirkungen. „Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit kleinen Einkommen betroffen sind, sondern auch immer mehr mit mittleren und auch höheren Einkünften“, sagt Hanno Petersen, Vorstand Konzern IT und Operations bei der ARAG SE.
Unternehmen und ihre Mitarbeitenden geraten durch die anhaltende Wirtschaftskrise zunehmend in Bedrängnis – so beispielsweise durch den angekündigten weiteren Stellenabbau in der Automobilindustrie sowie deren Zuliefererbetrieben. „Aber nicht nur hier, sondern auch mit Blick auf die gesamten Leistungsfälle im Bereich Arbeitsrecht zeigt sich: Der Peak ist noch lange nicht erreicht. Es zeichnet sich der Trend ab, dass das Modell Deutschland – lange Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze – bröckelt“, erläutert Hanno Petersen.
"Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern auch immer mehr mit mittleren und auch höheren Einkünften."

Hanno Petersen
Vorstand Konzern IT und Operations bei der ARAG SE
"Rechtsschutz wird zunehmend zum Seismographen gesellschaftlicher Umbrüche und bildet die Erosion von Sicherheit im Alltagsleben ab."

Hanno Petersen
Vorstand Konzern IT und Operations bei der ARAG SE
"Das Verhalten der Rechtsschutzkunden ändert sich – ihre Bereitschaft wächst, auch schon bei kleineren, dreistelligen Beträgen die rechtliche Auseinandersetzung mit ihrem Vermieter zu suchen."

Hanno Petersen
Vorstand Konzern IT und Operations bei der ARAG SE
Ein Blick in die Praxis
Praxisfall Arbeitsrecht
In Krisenzeiten ist rechtliche Unterstützung wichtiger denn je. Was das konkret bedeutet, zeigt folgender Rechtsschutzfall: Nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit wurde einem Stahlbauer, dreifacher Vater und Hauptverdiener, unerwartet wegen angeblich schlechter Auftragslage gekündigt. Die finanzielle Situation seiner Familie war schon vorher angespannt und plötzlich stand die Existenz vollends auf dem Spiel. Mithilfe der ARAG ging der Versicherte vor dem Arbeitsgericht erfolgreich gegen die ordentliche Kündigung vor: Der Familienvater konnte seinen Arbeitsplatz behalten. Das Gericht sah die Kündigung als sozialwidrig an und ordnete die Performance-Probleme des Unternehmens nur als vorgeschoben ein. Neben der emotionalen Entlastung durch den Erhalt des Arbeitsplatzes gab es eine zusätzliche wichtige finanzielle Entlastung: Die ARAG übernahm die Anwaltsgebühren von rund 2.300 Euro. Ohne Rechtsschutz hätte der Stahlbauer die Kosten selbst tragen müssen. Bei arbeitsrechtlichen Verfahren der 1. Instanz müssen auch bei Gewinn des Verfahrens die Kosten mitgetragen werden.

Deutlicher Anstieg im Arbeitsrechtsschutz


Die Zahl der gemeldeten Rechtsschutz-Neuschäden rund ums Arbeitsrecht ist bei der ARAG in den vergangenen 5 Jahren um 63 Prozent angestiegen. Quelle: ARAG Trendmonitor Recht 2025
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Wo Konflikte konkret entstehen

Die häufigsten Auslöser im Arbeitsrecht
Die Auswertung zeigt: Kündigungen, Lohnfragen und Aufhebungsverträge sind die Top-3-Gründe für rechtliche Auseinandersetzungen im Arbeitsalltag.
Quelle: ARAG Trendmonitor Recht 2025
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