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29.05.2019

ARAG SE stellt Weichen für Neuordnung des Vorstandes im kommenden Jahr

ARAG Konzern zeigt sich auch im Geschäftsjahr 2018 wachstums- und ertragsstark

Der Vorstandsvorsitzende der ARAG SE, Dr. Dr. h. c. Paul-Otto Faßbender, hat den Aufsichtsrat des Unternehmens darüber informiert, dass er seinen zum 3. Juli 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte. Der Aufsichtsrat ist diesem Wunsch nachgekommen und hat zugleich die Weichen für eine personelle Neuordnung des Vorstandsgremiums gestellt. Das Kontrollgremium hat beschlossen, dass es keine Nachfolge im Vorstandsvorsitz der ARAG SE geben wird. Künftig wird ein Sprecher des Vorstandes die Arbeit des Vorstandsteams moderieren. Der Aufsichtsrat hat Dr. Renko Dirksen (42) mit dieser Aufgabe mit Wirkung zum 4. Juli 2020 betraut.

„Nach genau 20 Jahren an der Spitze der ARAG wird es Zeit, sich aus der operativen Führung des Unternehmens zurückzuziehen“, erläuterte Dr. Paul-Otto Faßbender seine Entscheidung bei der Bilanzvorlage des ARAG Konzerns. Sein Entschluss werde ihm durch die sehr positive Entwicklung des Konzerns in den vergangenen Jahren erheblich erleichtert, betonte der 73-jährige Unternehmer. „Ich weiß die operative Führung beim künftigen Vorstand in guten Händen.“

Nun gehe es darum, die erfolgreiche Arbeit des sehr gut eingespielten Vorstandsteams mit großer Kontinuität fortzuentwickeln. Nach der Einschätzung des Aufsichtsrates ist der Vorstand der ARAG SE mit starken Persönlichkeiten in den Ressortleitungen sehr gut besetzt. Er ist daher der Überzeugung, dass ein Vorstandssprecher die besten Voraussetzungen bietet, die jeweiligen Stärken der Vorstandsmitglieder zur Entfaltung zu bringen. Der Aufsichtsrat hat daher Dr. Renko Dirksen zum Vorstandssprecher der ARAG SE berufen. Er wird diese Aufgabe mit dem Ausscheiden aus dem Vorstandsgremium von Dr. Paul-Otto Faßbender im kommenden Jahr übernehmen.

Dr. Renko Dirksen arbeitet seit 2005 im Unternehmen. Seit 2015 gehört er dem Vorstand der ARAG SE an und leitet das Ressort Kapitalanlagen/Konzernentwicklung/Betriebsorganisation.

„Ich freue mich sehr, dass Dr. Renko Dirksen diese neue Aufgabe übernehmen wird. Er und der gesamte Vorstand der ARAG SE genießen mein vollstes Vertrauen. Als Vorstandsvorsitzender der ARAG Holding SE und natürlich vor allem als Mehrheitsaktionär der ARAG bleibe ich dem Unternehmen weiterhin erhalten“, stellte Dr. Paul-Otto Faßbender fest. Einen Wechsel in den Aufsichtsrat der ARAG SE schloss er nicht aus.

Die Personalveränderungen finden vor dem Hintergrund eines weiterhin äußerst positiven Geschäftsverlaufs beim ARAG Konzern statt. Dies hat die Bilanzvorlage durch den Konzernvorstand am 29. Mai 2019 im Düsseldorfer ARAG Tower klar unterstrichen.

ARAG Konzern überzeugt auch in 2018 mit deutlichem Wachstum und guten Erträgen
Der ARAG Konzern hat in 2018 seine gebuchten Bruttobeiträge um weitere 4,3 Prozent auf 1,65 Milliarden € ausgebaut. Die Konzern-Gesamtleistung – inklusive der Umsätze der Dienstleistungsgesellschaften – belief sich damit auf 1,68 Milliarden €. Das Rechtsschutzgeschäft, die größte Einzelsparte und stärkster Wachstumsmotor des Konzerns, passierte in 2018 einen bedeutenden Meilenstein: Die Beiträge wuchsen mit 7 Prozent auf über eine Milliarde € (1.004,3 Millionen €; Vorjahr: 938,8 Millionen €). Das versicherungstechnische Ergebnis legte um mehr als ein Drittel zu und stieg auf 97,4 Millionen € – ein neuer Spitzenwert im Zehnjahresvergleich. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag mit 70,2 Millionen € weiterhin auf gutem Niveau.

Das deutsche Versicherungsgeschäft des ARAG Konzerns wuchs um 4,1 Prozent auf 981 Millionen €. Es liegt damit erneut klar über dem Marktdurchschnitt (2,6 Prozent). Der Kundenbestand in Deutschland ist dabei um weitere 3 Prozent ausgebaut worden. Im deutschen Rechtsschutzgeschäft stiegen die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft noch einmal stärker als im Vorjahr. Sie legten um gut 7 Prozent von 349,2 Millionen € auf 379,5 Millionen € zu. Das Kompositsegment konnte im Berichtsjahr seine gute Wachstumsentwicklung nicht fortsetzen. Ursache hierfür war die unternehmerische Entscheidung, Großverträge aus dem Schutzbriefgeschäft der spanischen Niederlassung nicht fortzuführen. Entsprechend verringerten sich die gesamten Bruttobeitragseinnahmen des Segments von 281,0 Millionen € um 1,9 Prozent auf 275,7 Millionen €. Auf dem anspruchsvollen deutschen Markt legte das Kompositversicherungsgeschäft mit 1,3 Prozent zu und erzielte Bruttobeitragseinnahmen von 209,6 Millionen € (Vorjahr: 206,8 Millionen €). Auch das Krankenversicherungssegment der ARAG bleibt auf Erfolgsspur und baute die Beitragseinnahmen um weitere 2,4 Prozent auf 373,7 Millionen € aus (Vorjahr: 365,1 Millionen €). Im strategisch besonders wichtigen internationalen Versicherungsgeschäft steigerte die ARAG ihre Beitragseinnahmen um 4,7 Prozent auf 672,6 Millionen € (Vorjahr: 642,2 Millionen €).

Die Combined Ratio des Konzerns blieb weiterhin rückläufig und verbesserte sich leicht von 89,9 Prozent auf 88,6 Prozent. An die Kunden wurden in 2018 insgesamt Leistungen von 870,0 Millionen € ausbezahlt (Vorjahr: 854,0 Millionen €). Die Konzern-Schadenquote sank auf 53,1 Prozent (Vorjahr: 54,4 Prozent), die Kostenquote lag mit 35,5 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres (35,6 Prozent). Der Konzernjahresüberschuss verbesserte sich aufgrund geringerer Steueraufwände um 25 Prozent von 27,8 Millionen auf 34,7 Millionen €. Das Konzerneigenkapital ist von 461,4 Millionen € auf 488,4 Millionen € angestiegen.

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2019

Auch in 2019 schreibt sich die erfolgreiche Entwicklung des ARAG Konzerns fort. Im ersten Quartal hat der ARAG Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seine Beitragseinnahmen um 5,8 Prozent auf 502 Millionen € gesteigert (Vorjahreszeitraum: 474 Millionen €). Auf dem deutschen Markt legten die Beiträge um 5,5 Prozent zu. Das heimische Rechtsschutzgeschäft hatte einen ebenfalls sehr guten Auftakt und verbuchte Mehreinnahmen von 7 Prozent. Auch das internationale Geschäft läuft weiter sehr gut. Auf den Rechtsschutzmärkten außerhalb Deutschlands lag das Beitragswachstum im ersten Quartal bei 8 Prozent. Ein wirklich sehr gutes Auftaktquartal mit Werten klar über Plan gab es in Italien, Skandinavien und den USA. „Unsere Erwartungen für 2019 sind gut. Wir erwarten, dass der Konzern seinen spürbaren Wachstumskurs fortsetzen und auch ertragsstark bleiben wird“, betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Paul-Otto Faßbender. „Wir beherrschen unser Geschäft und haben eine sehr genaue Vorstellung davon, wie wir diese Erfolgsstory weiterschreiben werden. Dazu gehören die weitere Internationalisierung des Unternehmens und die digitale Transformation – um zwei aus meiner Sicht elementare Zukunftsthemen zu nennen.“

Mit dem ARAG Smart Insurer Programm hat der Konzern in 2018 eine neue Entwicklungsstufe in Angriff genommen. Mit dieser Initiative führt die ARAG die große Fülle an digitalen Einzellösungen, die im Konzern bereits erarbeitet wurden in einem gesamthaften Handlungskonzept zusammen. Dabei haben alle ARAG Teams in einem klar strukturierten Prozess 85 konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des ARAG Smart Insurer Programms gemeldet. Zum Jahreswechsel 2018/2019 hat der Konzernvorstand in zwei Workshops die Maßnahmenplanungen aller Teams – national wie international – gesichtet, bewertet und priorisiert. Er hat dabei diese Maßnahmen auf sieben zentrale Handlungsfelder verdichtet und einen operativen Bebauungsplan entworfen, mit dem das Unternehmen deutlich kundenzentrierter ausgerichtet werden soll. Entlastung, Bequemlichkeit und Schnelligkeit bei größtmöglicher Transparenz für den Kunden sind die Schlüsselbegriffe, die das Programm und die gesamte Entwicklungsarbeit prägen. Dafür investiert die ARAG 80 Millionen € in den kommenden drei Jahren.

 

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